Beschreibung
Ausgangspunkt für dieses außergewöhnliche Programm bildete die Freundschaft zwischen der französischen Pädagogik-Instanz Nadia Boulanger und dem argentinischen Tango-Erneuerer Astor Piazzolla, der wie so viele Musiker in Paris landete. Doch Soleils de Septembre ist eben mehr als nur eine unbedingt hörenswerte Hommage an diese beiden Musikerlegenden. Hinzu kommen musikalische Dialoge etwa zwischen arrangierten Piècen von Nadias Schwester Lili und dem Tango-Grandseigneur Carlos Gardel oder zwischen Bach-Stücken und dem Argentinier Alberto Ginastera. Und allein dessen Stück Vidala aus seinen Doce preludios americanos besitzt auch dank des vierstimmigen Gambenensembles eine Ausdruckstiefe, die an die musikalischen Gedankengänge vom Schlage des englischen Renaissance-Meisters John Dowland erinnert. Ganz zum Schluss kommt sie doch noch, eine dieser ultimativen Piazzolla-Balladen, Oblivion. Aus unzähligen Fassungen kennt man diesen Tango-Nuevo-Klassiker. Doch die Bearbeitung für Bandoneon und vierköpfiges Gambenensemble ist kein erneuter Aufguss. Bei dem französischen Quintett L’Achéron um den Gambisten François Joubert-Caillet und den Bandoneonspieler Jean-Baptiste Henry ist Oblivion Ausdruck einer Wehmut, die von den Stimmungsfarben her erstaunlich mit jener Bittersüße harmoniert, die das Seelengefühl im elisabethanischen Zeitalter ausgemacht hat. Zwei scheinbar nicht zueinander passende Klangwelten überschneiden sich hier nicht einfach auf verblüffende Weise. Auf dem Album Soleils de Septembre verschmelzen sie vielmehr ganz natürlich miteinander.





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