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DIE SCHÖNE MÜLLERIN

ID: HMC 901995
Künstler: GOERNE, MATTHIAS / ESCHENBACH, CHRISTOPH
Komponist: SCHUBERT,FRANZ
VÖ Datum: 2009-04-17
Label: Harmonia Mundi France
Region:
Stil:
Typ: CD
Anzahl CDs: 1
Code: 0
Preis: 19,90 EUR   (exkl. MwST.: 16,58)
Info:
SCHÖNE MÜLLERINNEN AM LAUFENDEN BAND

Nach der sensationellen Einspielung von Schuberts "Schöner Müllerin" mit dem Tenor Christoph Prégardien im vergangenen Jahr (MAS-Review) folgt nun der Bariton Matthias Goerne mit seiner Version dieses so farbigen, den Bogen von der Verliebtheit über das Liebesglück und die Eifersucht hin zum Suidzidgedanken schlagenden Liederzyklus. Und wiederum ist eine ganz außerodentlich qualitätvolle Interpretation gelungen. Schwer zu sagen, welcher man den Vorzug geben will. Eigentlich braucht man wohl beide. Denn natürlich ist die Stimmfarbe Goernes gänzlich anders als die Prégardiens. Während jener mit einem hellen, klaren, auch die aggressive Seite des lyrischen Ichs hervorhebenden Tenorstimme agiert, wartet Goerne mit einem gerundeten, erdfarbeneren Bariton-Ton auf, welcher in der Höhe erstaunlich leicht bleibt, der allerdings - dem Stimmfach entsprechend - in den tiefen Lagen eine gutturale Beimischung erfährt. Goernes auch in den Tempi gemäßigtere Version ist damit eher die des erwachsen Liebenden, Prégardiens die des jugendlich-stürmisch Verliebten. Auch ist Goernes Zugriff stärker von einer heutigen Vorstellung romantischer Gefühlswelt geprägt: Fast zärtlich formt er die Töne, produziert schmeichelnde Übergänge, scheut allerdings an den richtigen Stellen auch nicht vor Expressivität zurück. Fremd ist ihm das Experimentieren mit frei gewählten Verzierungen, welches Prégardiens Album so neuartig und überraschend machte.

Am Klavier zeigt sich Christoph Eschenbach mal nicht von seiner gewohnten Seite als Dirigent großer Orchester, sondern als einfühlsamer, aber durchaus nicht zurückhaltender Begleiter des Sängers. Phasenweise tritt das Klavier allerdings unnötig stark in den Vordergrund, wozu auch das Klangbild der Aufnahme beiträgt, die zwar im Studio entstanden ist, der aber einiger Nachhall beigegeben wurde. Ein für dieses Repertoire gänzlich überflüssiger Versuch, die Musik runder und satter klingen zu lassen.

Es bleibt abzuwarten, ob sich nach diesen zwei hochkarätigen Vorlagen in naher Zukunft überhaupt noch ein weiterer Interpret an eine Einspielung wagen wird. Goerne und Prégardien haben die Messlatte geradezu exorbitant hoch heraufgesetzt.
Sven Kerkhoff

Goernes Schubertlieder-Zyklus finden Sie hier im Überblick

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