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Streichquartette Vol. 2

ID: ZZT 321CD
Künstler: Belcea Quartet
Komponist: BEETHOVEN,L.VAN
VÖ Datum: 2013-03-29
Label: Zig Zag Territoires
Region:
Stil: Streichquartette gesamt vol.2
Typ: CD 4
Anzahl CD 4s: 4
Code: 220
Preis: 35,00 EUR   (exkl. MwST.: 29,17)
Info:
Die vier in England beheimateten Musiker haben ihre Gesamteinspielung aller Streichquartette von Ludwig van Beethoven zum Abschluss gebracht. Acht Quartette plus die Große Fuge präsentieren die Belceas im zweiten Teil ihrer Aufnahme. Die Beethoven-Quartette beschäftigen das Quartett nach eigener Aussage seit ihrer ersten Probe im Jahre 1994. In den letzten Jahren haben sich die vier jedoch noch einmal intensiv alle Werke vorgenommen, sie neu studiert und interpretiert und in zahlreichen Konzerten, zum Teil auch komplett im Zyklus dargeboten. Wenn die Musiker im Beiheft schreiben, dass Beethovens Musik im Laufe dieser Zeit "für jeden einzelnen von uns zu einer alles verzehrenden Leidenschaft" wurde, so nimmt man ihnen es beim Hören der CDs sofort ab. Ob frühe, mittlere oder späte Schaffensphase des Komponisten - das Belcea Quartet nimmt jeden Ton, jede Pause, jeden Akzent, jede Tempobezeichnung und jede Spielanweisung sehr ernst.

Differenziertes Klangfarbenspektrum
Die vier Streicher präsentieren sich mit perfektem Zusammenspiel und agieren technisch auf allerhöchstem Niveau. Vor allem aber verleihen sie den Quartetten mit ihrem Spiel ein unvergleichlich differenziertes Klangfarbenspektrum. Alle Konturen, so scheint es beim Hören, sind scharf gezeichnet. Und dennoch neigt das Belcea Quartet nie zu eigenmächtigen Übertreibungen: So fällt etwa in den langsamen Sätzen eine große Zurückhaltung mit dem Vibrato auf. Zuweilen kommen die Musiker damit nah an einen Klang nach den Regeln der historischen Aufführungspraxis heran. Ihre Herangehensweise hat aber andere Gründe: Aus der Musik heraus soll der Ausdruck sprechen, überzogenes Vibrato ist da ebenso überflüssig wie gedehnte oder geeilte Tempi oder wie eine zu sentimental-romantische Phrasierung.

Bravourös
Kontraste, von denen Beethovens Partituren ja reich sind, werden schonungslos herausgestellt, selbst in den frühen Quartetten op. 18, erst recht natürlich in den späten Werken. Aufregend und zugleich anmutig ertönen die berühmten Pizzikati im "Harfenquartett" op. 74; rasant mit beinahe orchestral wirkender Kraft hört sich das Finale des 2. Rasumowsky-Quartetts an; grandios ist es, wie fahl und dennoch nicht blass der Beginn des langsamen Satzes im letzten Quartett op. 135 klingt. Und schließlich bieten die Belceas eine Interpretation der Große Fuge, die den bizarren Kontrapunkt tatsächlich durchhörbar macht.
 
Das Belcea Quartet hat mit seiner Gesamteinspielung der Beethoven-Quartette die (nach Artemis) ohnehin hoch liegende Latte noch ein Stückchen höher nach oben rücken können. Alle Nachahmer haben es noch schwerer...

Bernhard Schrammek, kulturradio


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